Vorüberlegungen
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Um ein Terrarium den Bedürfnissen einer Vogelspinne entsprechend einrichten zu können, sollten diese Bedürfnisse natürlich bekannt sein. Das klingt zwar ganz einleuchtend, soll aber anders ausgedrückt heißen, daß man schon zum Zeitpunkt des Terrarienkaufs oder -baus und dessen Einrichtung wissen sollte, von welcher Art und wie groß die Spinne ist, die es später bewohnen wird. Neben der Größe ist es vor allem wichtig zu wissen, ob sie zu den baumbewohnenden oder zu den bodenbewohnenden Gattungen gehört. Erstere brauchen Terrarien, die etwas höher sind, um in "luftiger" Höhe ihr Wohngespinst bauen zu können. Bei bodenbewohnenden Arten gibt es wiederum solche, die versuchen, sich
sehr tief einzugraben. |
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Neben umfunktionierten Aquarien, die relativ günstig zu erwerben, bzw.
einfach zu bauen sind und besonders gut für stark grabende Arten (z.B.
viele afrikanische und asiatische Arten, Aphonopelma seemanni,....) geeignet
sind, gibt es noch zwei weitere gängige Terrarientypen. Wer also auf lange Sicht möglichst viele Terrarien in einer Regalanlage unterbringen möchte, sollte sich für die etwas teureren/schwieriger herzustellenden, mit zur Seite verschiebbaren Scheiben entscheiden und entsprechende Maßnahmen zur Ausbruchsicherheit treffen. |
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Von geschlechtsreifen Männchen auf Brautschau abgesehen, halten sich
Vogelspinnen normalerweise ihr ganzes Leben in ihrer Wohnhöhle oder in
deren unmittelbarer Umgebung auf. Für die Haltung in Terrarien heißt das, daß es wichtigere Faktoren für
das Wohlbefinden dieser Tiere gibt, als ein großes Terrarium. Nachdem es nun Terrarien gibt, die zu groß sind und solche, die zu klein sind, muß es dazwischen eine sinnvolle Größe geben. Wie die Bezeichnung schon andeutet, leben diese Arten zum Teil in größerer Höhe (es gibt auch solche, die im Wurzelgeflecht der Bäume leben). Grundfläche Hier sind Baumbewohner naturgemäß nicht so anspruchsvoll, wie Bodenbewohner.
Als ausgesprochene Baumbewohner sind vor allem Arten der Gattung Avicularia
im Normalfall nie auf dem Boden anzutreffen. Höhe Je nach Größe sollte die Höhe zwischen 30 und 50 cm liegen oder anders ausgedrückt mindestens die doppelte Beinspannweite betragen. Da die meisten Baumbewohner eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit benötigen und schon allein deshalb eine Bepflanzung sehr sinnvoll ist, muß die dafür erforderliche Höhe des Bodengrundes zusätzlich berücksichtigt werden.
Bodenbewohnende Arten Grundfläche Faustregel: Einen akzeptablen Wert erhält man im Allgemeinen, wenn man für die Tiefe die eineinhalbfache Beinspannweite wählt und für die Breite die eineinhalbfache Tiefe. Das soll aber nicht heißen, daß etwas mehr Platz schadet, solange nicht übertrieben wird und z.B. das fünf- bis zehnfache der Beinspannweite gewählt wird. ....und die Ausnahmen: Junge (juvenile) Tiere sollten soviel Platz haben, daß sie nicht nach jeder Häutung (=Wachstumsschub) in ein größeres Gefäß umziehen und sich dort neu eingewöhnen müssen. Etwas großzügiger sollte man auch bei kleineren Arten sein, die häufig
aktiver sind als ihre großen Kollegen und bei besonders aktiven Individuen,
falls diese Aktivität nicht durch falsche Haltungsbedingungen ausgelöst
wird. Wer eine oder sogar mehrere Vertreter dieser Riesen in seiner womöglich großen Sammlung hat, wird nicht zuletzt wegen chronischen Platzmangels und erhöhten Aufwands (z.B. bei Bepflanzung) grundsätzlich zu kleineren Terrarien tendieren. Im Extremfall wird damit argumentiert, daß die Spinne das ganze Terrarium
als Wohnhöhle betrachtet. Höhe Auch Bodenbewohner klettern gelegentlich an den Wänden hoch. Sie haben
aber im Vergleich zu Baumbewohnern nicht die ausgeprägten feinen Haarpolster,
die es diesen ermöglichen, auch an glatten Flächen genügend Halt zu finden
(sogar kopfüber an der Terrariendecke!). Große, schwere Exemplare sind hierbei stärker gefährdet als kleinere. Folglich: Es ist darauf zu achten, daß der Abstand zwischen Bodengrund
und Terrariendecke nicht größer als die Beinspannweite ist. Ein Abstand
von maximal 20 cm sollte auch für große Arten genügen. · drei bis fünf cm für nicht oder sehr wenig grabende Arten (z.B. Grammostola · zehn cm für Arten, die sich eingraben (z.B. Brachypelma albopilosum) · und mehr für Arten die, regelrechte Höhlensysteme anlegen oder sich sehr tief eingraben (z.B. Citharischius crawshayi). Wie weiter oben schon erwähnt hatte, sind hier Aquarien sehr gut geeignet. |
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Gerade Vogelspinnen werden einzeln, in zum Teil sehr kleinen Terrarien
gehalten, von denen mancher Halter oft ganze Regalanlagen besitzt. Von manchen Tieren, gerade bei Vogelspinnen, werden mühsam mit Pflanzen
dekorierte Terris oft in ein wahres Chaos verwandelt. Pflanzen erfüllen in Terrarien viele wichtige Aufgaben und sind letztlich
auch der ausschlaggebende Schönheitsfaktor bei der artgerechten Haltung
dieser eher scheuen und nachtaktiv lebenden Tiere. Gesunder Pflanzenwuchs fördert ein optimales Mikroklima (Luftfeuchtigkeit)
auch in kleinsten Behältern. Futterreste, Urin und Kot, welche mit Zersetzung
bei Gießen in den Bodengrund eingeschwemmt werden, können von den Wurzeln
als Dünger aufgenommen werden. Pflanzen Pflanzen in Kleinterrarien müssen nicht nur kleinwüchsig bleiben, sondern
auch Temperaturen von 15-35 Grad °C und eine relative Luftfeuchtigkeit
von 45-99 % ertragen. Pflanzen für kleine bis mittelgroße Vogelspinnenterrarien
Pflanzen für mittelgroße bis große Vogelspinnenterrarien
Bei Pflegeproblemen kann man aber auch auf Kunststoffpflanzen zurückgreifen.
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Ein ideales Substrat ist in den meisten Fällen normale ungedüngte
Blumenerde welche Torf enthält. Auch Rindenmulch (-borke) z.B. feiner Pinienrindenmulch eignet sich gut
als Bodengrund. Pflanzen müßten dann allerdings in Töpfen eingegraben werden. Ein weiterer sehr guter Bodengrund ist Vermiculit. Es wird in Gärtnereien
für die Aufzucht von Sämlingen verwendet und hält die Feuchtigkeit
sehr gut. Ich verwende Vermiculit und Pinienrindenmulch als Bodensubstrat.
Verpilzung Mit diesem Terrarienproblem kämpft nicht nur der Anfänger mit seinen
relativ neuen Behältern, sondern sehr oft auch der versierte Massenhalter,
der nach seinem bisher bewährten Schema neue Terrarien oder kleine Aufzuchtbehälter
einrichtet. Der Fäulnis im Bodengrund kann man, wenn sie einmal da ist, im Terrarium
mit viel Arbeit, im Aquaterrarium mit noch mehr Arbeit und im Aquarium
mit sehr viel Arbeit durch radikales Ersetzen beikommen. Der Bodengrund in allen Terrarien, nicht nur in eher kleinen Spinnentierbehältern,
muß nicht nur lange halten, sondern auch die Gesundheitspolizei des ganzen
Mikroklimas sein. Kot- Urin- und Futterreste, welche nicht restlos vom Pfleger beseitigt
werden können werden beim Gießen in die Erde eingeschwemmt und von Pflanzenwurzeln
verwertet. Pflanzen muß man nicht sofort ersetzen, wenn sie zugesponnen sind, oder verkrüppelte Blätter an der Terrariumdecke entwickeln. Dies kann ja auch sehr attraktiv wirken, denn ein Spinnenterrarium ist ja kein Puppenhaus. Sehr oft bleibt auch ein unbepflanzter Bodengrund jahrelang fäulnis- und schimmelfrei. Man kann ja oft manuell etwas auflockern. |
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Zum Beleuchten von Spinnenterris eignen sich Leuchtstoffröhren, welche
bei kleineren Behältern über mehrere gleichzeitig gelegt werden können.
Handelsübliche Tageslichtröhren haben sich für einen langzeitig guten
Pflanzenwuchs eher als ungeeignet erwiesen. Auch 20 W Halogenspots eignen sich als Beleuchtung, und die Wärmeabstrahlung reicht um ein Terrarium mittlerer Größe zu heizen.
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